Naschpark Wien
Ein neuer Park beim Naschmarkt
Wo früher 300 Autos parkten, ist seit 19. September 2025 der Naschpark. Auf 6.820 Quadratmetern gibt es jetzt 70 Bäume, über 50.000 Pflanzen, vier Wasserspiele, Hängematten und Sitzgelegenheiten. Der Park ist konsumfrei nutzbar und erweitert das Grünangebot in den Bezirken Wieden, Margareten und Mariahilf – Gegenden mit traditionell wenig Grünflächen.
Das Projekt entstand nach jahrelangem Bürgerengagement: über 21.000 Unterschriften für mehr Grün statt einer geplanten Markthalle, Beteiligungsprozesse mit 5.100 Teilnehmern und ein EU-weiter Ideenwettbewerb.
Der Park ist umstritten: Während viele die zusätzliche Grünfläche schätzen, kritisieren andere zu viel versiegelte Fläche und den Verlust der 300 Parkplätze. Hier findest du alle Infos zum Park, zu Events und den Hintergründen.
Was der Naschpark bietet
Park auf historischem Gewölbe
Der Park liegt auf dem über 100 Jahre alten Wienfluss-Gewölbe. Die Aufbauschicht ist begrenzt, weshalb jeder Baumstandort einzeln statisch geprüft wurde. Gepflanzt wurden 70 Bäume – Seidenbäume, Judasbäume, Blumen-Eschen, Zierapfel und Mispeln. Fünf weitere XXL-Bäume folgen noch entlang der Rechten Wienzeile.
Über 50.000 Stauden und Gräser sorgen für Blüten von Frühling bis Herbst. Das Schwammstadt-Prinzip lässt Regenwasser vor Ort versickern – bei Hitze verdunstet es und kühlt die Umgebung.
Wasserspiele, Hängematten & Chill-Zonen
Für heiße Tage:
- Vier Wasserspiele mit 56 Düsen – Kinder lieben sie!
- Drei Trinkbrunnen (gratis Wasser to go)
- Schattige Pergolen zum Ausruhen
Für Familien & Kinder:
- Slackline und Balancierbalken
- Liegewiesen mit Hängematten
- Picknicktische (Pack deine Jause ein!)
- Kleiner Aussichtspunkt ins Wiental
Für Radfahrer:
- 200 Meter langer, rosafarbener Zweirichtungs-Radweg vom Margaritensteg bis zur Linken Wienzeile
Der Park ist konsumfrei – kein Zwang, etwas zu kaufen. Einfach Decke ausbreiten, Buch aufschlagen und die grüne Oase genießen!

Der Flohmarkt bleibt
Gute Nachricht für alle Flohmarkt-Fans: Der beliebte Samstags-Flohmarkt mit bis zu 400 Ständen und 5.000 Besuchern bleibt erhalten! Jeden Samstag von 6:30 bis 15:00 Uhr verwandelt sich das Areal in einen Trödlermarkt mit Antiquitäten, Kunstwerken, gebrauchten Büchern und Vinylplatten.
Wichtig für Standler:
- Online-Buchung über wien.gv.at
- Privatpersonen dürfen maximal dreimal pro Jahr teilnehmen
- Erste Phase des Parks ist fertig, Flohmarkt-Bereich wird bis 2027 umgestaltet

Marktraum Eröffnung am 21. November 2025
Der Marktraum wurde am 21. November 2025 offiziell eröffnet. Hier die wichtigsten Fakten:
- Fünf Jahre Planungs- und rund ein Jahr Bauzeit.
- Das Gebäude besteht aus Holz und Glas und umfasst rund 850 Quadratmeter.
- 13 Standler verkaufen ab sofort regionale Produkte, darunter die Käsehütte Maria Taferl, die Bio-Fleischerei Waldgut und die Bäckerei Sorger.
- Für die architektonische Umsetzung war das Büro Mostlikely Architecture verantwortlich.
- In der Mitte befindet sich eine lange Tafel zum gemeinsamen Schmausen, das „Markträumchen“ dient für Workshops.
- Die begrünte Dachterrasse ist barrierefrei zugänglich und bietet einen Blick auf den Naschmarkt und den Naschpark.
- Die Halle kann nur tagsüber besucht werden – nachts ist der Marktraum geschlossen.
Die 13 Anbieter
| Anbieter | Produkte | Herkunft |
|---|---|---|
| Bio-Fleischerei Waldgut | Bio-Freilandfleisch (Rind, Schwein, Lamm, Ziege, Wild, Huhn, Ente, Gans) | Waldviertel |
| 28Lots | Handgeschöpfte Schokolade | Wien (2. Bezirk) |
| Blün | Wiener Wels und Gemüse aus Aquaponik-Anlage | Wien (22. Bezirk) |
| Mosers Wildfang | Wildfangfisch | Millstätter See, Kärnten |
| Käsehütte Maria Taferl | Käsespezialitäten | bei Melk, Niederösterreich |
| Fratelli Valentino | Apulische Käsespezialitäten (Mozzarella) aus Wiener Milch | Wien |
| Bioschanze & Hut und Stiel | Gemüse und Speisepilze | Wien |
| Dolls Gärtnerei | Schnittblumen und Blumensträuße | Wien (21. Bezirk) |
| Bäckerei Sorger | Brot und Gebäck | Graz, Steiermark |
| Brutal am Markt (Marktbar) | Aperitivo, Snacks, Speisen mit Produkten der anderen Standler | Wien |
| Wiener Greißler (Brotzeit) | Kulinarische Spezialitäten | Wien |
| Imkerei | Honig | Wien / Niederösterreich |
| Kaffeerösterei | Kaffee | Wien |
Kosten
- Das Gesamtbudget beträgt 27 Millionen Euro, wobei hier auch die Aufwendungen für die anderen Flächen (Naschpark, Flohmarkt-Areal) enthalten sind.
Marktordnung (Lex Wasabi)
- Eine Novelle der Marktordnung ist seit Frühjahr 2025 in Kraft. In Zukunft sollen auf Wiens Märkten keine Reiseandenken wie Tassen, T-Shirts oder Miniaturen mehr angeboten werden dürfen.
- Souvenirstände bekommen drei Jahre Übergangsfrist, um das Sortiment umzustellen – sonst droht der Verlust des Standes.
Kritische Stimmen
Eine kleine Gruppe von Anrainern war bei der Eröffnung mit einem Transparent aufmarschiert: „Keinen Sima-Bobo-Kobel“ war darauf zu lesen.
Die Initiative „Freunde des Naschmarkts“ und Freiraum Naschmarkt bezeichnen die Halle als „Beton-Stahl-Glas-Monster“ und kritisieren, dass die Architektur nicht zum historischen Otto-Wagner-Ensemble passe.
Bei einer Bürgerbefragung habe niemand den Wunsch nach einer Halle geäußert, so die Kritik der Anrainer.
Die FPÖ kritisierte das Gebäude scharf: „Was die Stadtregierung heute am Naschmarkt eröffnet, ist eine architektonische Katastrophe ersten Ranges. Diese neue Halle ist ein überdimensionierter, völlig deplatzierter Klotz, der an eine Autobahnraststätte erinnert.“
Hier ein paar Eindrücke des Marktraums
Klimaschutz und Stadtentwicklung
Von Hitzeinsel zu mehr Grünfläche
Mit 58 Prozent entsiegelter Fläche reduziert der Park die Hitzebelastung in der Umgebung. Die hellgefärbten Beläge nehmen weniger Hitze auf, Bäume mit dichten Kronen können die gefühlte Temperatur um ein paar Grad senken.
„Gerade in diesem Sommer spüren wir, wie wichtig Begrünung, Kühlung, Entsiegelung und Schatten in der Stadt sind“, sagt Planungsstadträtin Ulli Sima. Der Naschpark ist Teil der städtischen „Raus aus dem Asphalt“-Offensive mit stadtweit über 3.300 neu gepflanzten Bäumen.
Die Bezirke Wieden, Margareten und Mariahilf haben wenig Grünflächen – der Naschpark erweitert hier das Angebot.
Zahlen, Daten, Fakten
Gesamtprojekt:
- Fläche: 6.820 m² (nur Phase 1)
- Kosten Park: 9 Millionen Euro
- Bauzeit: Oktober 2024 – September 2025
Begrünung:
- 70 Bäume + 5 XXL-Bäume
- 50.000 Stauden und Gräser
- 58% entsiegelte Fläche
Ausstattung:
- 4 Wasserspiele (56 Düsen)
- 3 Trinkbrunnen
- 2 Pergolen
- 200 Meter Radweg
- Hängematten, Liegewiesen, Picknicktische
Kontroversen rund um den Naschpark
Nicht alle sind begeistert. Die Bürgerinitiative „Freiraum Naschmarkt“ begrüßt den Park, kritisiert aber zu viele Betonflächen statt echter Biodiversität. Die FPÖ nennt die 27 Millionen Euro Gesamtkosten „verschwendetes Steuergeld“ und befürchtet, dass die 300 verlorenen Parkplätze den Flohmarkt gefährden.
Planungsstadträtin Ulli Sima verteidigt das Projekt: „Wir haben umfassend mit der Bevölkerung geplant – 5.100 Teilnehmer, 30.000 Vorschläge. 80% der Anrainer wünschten Grün statt Halle. Die technischen Grenzen des Gewölbes haben wir maximal ausgereizt.“
Die letzten Bäume sind gepflanzt – Naschpark ist komplett
Ende Oktober 2025 wurde der Naschpark mit der Pflanzung von fünf XXL-Bäumen entlang der Rechten Wienzeile fertiggestellt. Die großkronigen Bäume – darunter Blumen-Eschen, Lederhülsenbäume und Zieräpfel – sind bereits über 25 Jahre alt und spenden durch ihre Größe von Anfang an Schatten. Damit sind nun alle 75 geplanten Bäume im Park gesetzt: 70 Bäume in der Hauptfläche plus diese 5 XXL-Exemplare an der Rechten Wienzeile, wo aufgrund der tieferen Bodenschicht größere Wurzeln möglich sind.
Die Pflanzung war technisch anspruchsvoll, da sich der Park direkt über dem nur 70 Zentimeter starken Wienflussgewölbe befindet. Um das historische Gewölbe zu schützen, wurde im Untergrund eine spezielle Stahlbetonplatte mit wurzelfester Folie eingebaut. Jeder einzelne Baumstandort musste statisch geprüft werden. Die Bäume stammen aus einer spezialisierten Baumschule und wurden gezielt für die Bedingungen am Naschmarkt ausgewählt. Planungsstadträtin Ulli Sima bezeichnete die Pflanzung als „krönenden Abschluss“ des Parks. Insgesamt wurden im Naschpark 50 neue Bäume gepflanzt, zu den bestehenden Bäumen im Umfeld kommen die 5 XXL-Bäume hinzu.
Was kommt noch? Ausblick bis 2027
Der Park ist erst der Anfang. Bis Ende 2027 wird das gesamte Naschmarkt-Areal umgestaltet:
Ab 2026:
- Phase 2: Umgestaltung des Flohmarktareals
- Multifunktionale Nutzung: samstags Flohmarkt, sonst Freiluftkino, Outdoor-Yoga, Lesungen
Bis 2027:
- Vollständige Fertigstellung aller Phasen
Während aller Bauarbeiten bleiben die Märkte geöffnet.
| Park | Größe | Besonderheit |
|---|---|---|
| Prater | 6.000.000 m² | Größter Park, Vergnügungspark, Hauptallee |
| Stadtpark | 65.000 m² | Ältester Park (1862), Strauss-Denkmal |
| Burggarten | 38.000 m² | Kaiserlicher Palastgarten, Schmetterlingshaus |
| Volksgarten | 50.000 m² | Rosengärten, Theseustempel |
| Augarten | 520.000 m² | Ältester Barockpark, Porzellanmanufaktur |
| Naschpark | 6.820 m² | Neuester Park, Klimaschutz-Vorreiter |
Events im Naschpark
Die Stadt plant laufend Veranstaltungen:
Geplante Formate:
- Outdoor-Yoga-Sessions im Grünen
- Picknick-Konzerte
- Pflanzentauschbörsen
- Workshops zu regionaler Küche
- Freiluftkino (ab Phase 2)
- Lesungen unter Bäumen
- Kinderfeste
Bereits im Oktober 2025 findet im WUK die Ausstellung „Bodenlos“ statt – organisiert von der Bürgerinitiative „Freiraum Naschmarkt“ zusammen mit Greenpeace.

Lohnt sich der Besuch?
Der Naschpark ist eine zusätzliche Grünfläche in einer dicht bebauten Gegend. Die Entstehung zeigt, dass Bürgerbeteiligung kommunale Planung beeinflussen kann – aus der ursprünglich geplanten Markthalle wurde ein Park.
Was der Naschpark bietet:
- Konsumfreier Raum ohne Kaufzwang
- 70 Bäume auf dem Wienfluss-Gewölbe
- Entsiegelte Flächen zur Kühlung
- Wasserspiele, Hängematten, Pergolen
- Rosafarbener Radweg
- Flohmarkt samstags
- Marktraum mit regionalen Produkten (ab Herbst 2025)
Die Bäume sind noch jung, der Park ist neu angelegt. Ob er sich langfristig etabliert, wird die Zeit zeigen.

Adresse
Naschpark, zwischen Linker und Rechter Wienzeile, 1060 Wien
Anfahrt
- U4: Station Kettenbrückengasse (2 Min. Fußweg)
- Straßenbahn: Linien 1, 62 (Haltestelle Karlsplatz/Resselpark)
- Rad: Neuer rosa Radweg direkt durch den Park
Flohmarkt
Jeden Samstag 6:30 – 15:00 Uhr
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